Die Motorradbatterie überwintern

Für die meisten Besitzer eines Motorrades endet die Fahrsaison spätestens mit dem Einsetzen der nasskalten Jahreszeit Ende Oktober und beginnt nach der Überwinterung des Zweirades erst wieder im März oder April. Dazwischen liegen Monate des Wartens und der Inaktivität – sowohl für den Besitzer als auch für das Motorrad selbst.

Für diejenigen unter den Motorradenthusiasten, welche bis zu den ersten wirklich kühlen Tagen aktiv fahren, stellt sich oft die Frage, ob die Maschine denn nach einer kühlen Nacht auch wieder anspringt. Vor allem wenn das Motorrad und die somit auch die Batterie ungeschützt im Freien steht, sind diese Bedenken durchaus angebracht.

Warum diese Bedenken?

Im Gegensatz zu einem PKW sind die technischen Komponenten eines Motorrades so gut wie ungeschützt gegenüber Temperaturschwankungen. Lediglich kleinere Verkleidungsteile aus Kunststoff dienen als Abdeckung. Neben Feuchtigkeit, die gerade die Verbindungsstellen der Kabelbäume angreift und zu Kriechströmen führen kann, ist der größte Schwachpunkt bei einem Motorrad die vergleichsweise winzige Batterie.

Temperaturen unter 10° Celsius

Während der warmen Jahreszeit verrichtet eine Motorradbatterie eigentlich zuverlässig ihren Dienst. Auch eine übermäßige Belastung durch viele Starts verkraftet die Batterie ohne größere Probleme. Dies rührt daher, dass die komplizierten chemischen und physikalischen Vorgänge im Inneren des Akkus bei Wärme sehr schnell ablaufen können. Diese Vorgänge verlangsamen sich jedoch immer mehr, je tiefer die Temperatur sinkt. Der kritische Punkt liegt bei etwa 10° Celsius. Unter dieser Grenze machen sich erste Schwächen bemerkbar und das Motorrad startet nur noch widerwillig. Sinken die Temperaturen weiter ab, so bricht die Motorradbatterie bei Belastung meist komplett zusammen, da der Startstrom nicht mehr geliefert werden kann.

Eine gute und eine schlechte Batterie

Die wenigsten Motorradfahrer verfügen über spezielle Testgeräte für Akkus, welche die Kapazität desselben prüfen können. Eine gute Methode ist es, das Verhalten des Akkus bereits während der Herbstzeit zu überwachen – bevor es an die Überwinterung geht. Springt die Maschine auch unterhalb der besagten Temperaturgrenze problemlos an, so ist die Batterie in Ordnung und kann ohne größeren Aufwand überwintert werden. Kommt es jedoch zu wiederkehrenden Problemen, sollte über einen Motorrad Batterie Neukauf nachgedacht werden. Oft liegen die Preise für Motorradakkus im Herbst/Winter gut 20 Prozent unter den Preisen im Frühjahr und es lohnt sich durchaus, dies zu nutzen.

Die Überwinterung

Entgegen landläufiger Meinung ist es nicht notwendig, die Batterie auszubauen und an einem warmen Ort zu überwintern. Dies sollte nur dann erfolgen, wenn die Pole der Batterie schlecht zugänglich sind und ein Ladegerät im eingebauten Zustand nicht zum Einsatz kommen kann. Der Akku sollte nicht nur sporadisch nachgeladen werden, sondern sich permanent an einem aktiv regelnden Ladegerät befinden. Auf diese Weise wird der Akku optimal durch den Winter gebracht. Zu beachten ist außerdem, dass die Batteriepole und Anschlüsse vor der Überwinterung gesäubert und mit frischem Polfett versehen werden. Weitergehende Maßnahmen als diese sind eigentlich nicht notwendig.

Reine Säure-Akkus

Dieser bei Motorrädern immer seltener anzutreffende Akkutyp verlangt nach einer regelmäßigen Kontrolle des Elektrolytstandes und muss auch während der Überwinterung gelegentlich mit destilliertem Wasser nachgefüllt werden, wenn die Füllstandsmarken unterschritten sind. Bei einem reinen Nass-Akku empfiehlt sich daher der Ausbau aus dem Motorrad.